Unterlagen zur Motorrad Anmeldung / Zulassung – welche sind dafür nötig ?

Blauer Himmel und freundliches Wetter zur Sommerzeit sind ein wahres Geschenk für jeden Motorradfan. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr bietet sich die Möglichkeit, einen Ausflug auf den motorisierten Zweirädern so intensiv zu genießen. Während der unfreundlichen Herbst- und Wintermonate legen Besitzer ihre Motorräder meist still, um Kosten zu sparen. Vor dem Start der nächsten Entdeckungstour nach langer Pause oder für Biker-Neulinge steht die Zulassung und Anmeldung des Motorrades an. Die folgenden Zeilen klären auf, welche Schritte und Papiere für dieses Vorhaben notwendig sind.

Motorrad Zulassung Unterlagen
Die richtigen Unterlagen für die Motorrad-Zulassung

Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief sind Pflicht

Prinzipiell stellen beide Dokumente eine Grundvoraussetzung für die Zulassung des Motorrads dar. Seit 2005 werden diese im Rahmen einer europäischen Neuregelung als Zulassungsbescheinigung I (Brief) und Zulassungsbescheinigung II (Fahrzeugschein) bezeichnet. Besitzer von lang stillgelegten Fahrzeugen erhalten bei einer erneuten Anmeldung automatisch die aktualisierte Variante. Allgemein verlangen die Behörden bei Neufahrzeugen und deren Erstzulassung einen Besitznachweis. Modelle, die aus dem Ausland stammen, unterliegen einer besonderen Kontrolle. Für deren Gebrauch ist eine entsprechende Erklärung der zuständigen Behörden, meist das Finanzamt, bezüglich der Eigentumsrechte erforderlich.

Führerschein wirklich notwendig?

Rein theoretisch muss der Besitzer nicht zwangsläufig über einen gültigen Führerschein für Motorräder verfügen. In der Praxis wird der Antragssteller dann aber wenig Spaß während der Motorradsaison haben. Zusätzlich müsste dieses feine Detail klare Berücksichtigung in anderen Dokumenten wie dem Versicherungsschutz finden. Allgemein bleibt dem Antragsteller dann nur die Möglichkeit, als Gast bei einem zugelassenen Fahrer aufzusitzen. Zusätzlich kann dieses Vorgehen zu Irritationen bei der Versicherungsgesellschaft führen. In den meisten Szenarios dürfte dieser Ausnahmefall ohnehin nicht von Belang sein. Wer über eine Fahrerlaubnis hat, sollte diese jedoch nicht bei der Dokumentenerfassung zurückhalten.

Versicherungsnachweis und Steuern

Alte Biker-Freunde, die nach langer Abwesenheit ihr geliebtes Motorrad wieder in Schwung bringen möchten, müssen sich auf die Umstellung von der ehemaligen Doppelkarte hin zum elektronischen Versicherungsnachweis einstellen. Grundsätzlich erhalten KFZ-Besitzer diesen von ihrer aktuellen Versicherungsgesellschaft. Steht der Fahrzeughalter im Zahlungsrückstand aufgrund von Steuerschulden gegenüber dem Staat, führt dies zu einer Ablehnung durch die Zulassungsbehörde. Diese ist unter gegebenen Umständen berechtigt, die Erlaubnis vorzuenthalten und entsprechende Belege vom Finanzamt zur Tilgung der Schuld zu verlangen. Üblich zur Zahlung entsprechender Gebühren ist heute die Verständigung auf ein Lastschriftverfahren.

Kurz und bündig: Diese Unterlagen sind für die Anmeldung eines Motorrades nötig:

  • Fahrzeugbrief bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Fahrzeugschein bzw. Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Versicherungsbestätigung / EVB Nummer
  • gültiger Personalausweis bzw. Reisepass
  • Einzugsermächtigung für das Finanzamt (KFZ Steuer)
  • eventuell eine Vollmacht wenn Sie nicht selbst anmelden
  • ein gültiger TÜV Bericht
Motorrad Anmeldung Zulassung
Motorrad angemeldet? Viel Spaß und unfallfreie Fahrt

TÜV-Untersuchung bescheinigen

Sicherheit geht vor: Ohne ausreichende Sicherheitsprüfung darf kein Fahrzeug auf die Straße. Daher muss der TÜV eine grundlegende Hauptuntersuchung (HU) durchführen und diese mit einem Stempel im Fahrzeugschein für den gültigen Zeitraum bestätigen. Zusätzlich gehört für die erfolgreiche Anmeldung die Abnahme einer eventuell verbauten Drossel im Rahmen eines Teilgutachtens. Eine gesonderte Untersuchung hinsichtlich der gesetzlichen Vorschriften muss auch bei Import-Fahrzeugen aus dem EU-Ausland durchgeführt werden. Neben den zusätzlichen Einfuhrkosten über den Zoll kann dieses Vorhaben aufgrund von versteckten Kosten unerwartet teuer ausfallen. Modelle aus der Schweiz unterliegen stark abweichenden Vorgaben im Vergleich zu Deutschland. Als Beispiel seien hier Bereifung und Abgas- und Lautstärkewerte der Motoren genannt. Das Motorrad muss also einen gültigen TÜV haben, mehr zur Anmeldung ohne TÜV. Und falls Sie ein Motorrad abmelden wollen, dann lesen Sie hier wie das geht.

Gewerbliche Zwecke oder Nutzung im Verein

Die Zulassung als gewerbliches Fahrzeug oder für die Nutzung unter der Schirmherrschaft eines Vereines erfordert die Vorlage des entsprechenden Firmen- und Vereinsregisters. Ein Sonderfall besteht hier für ein geleastes Motorrad. Der Anbieter muss zu diesem Anlass sein Einverständnis in Form einer Nutzungsüberlassung geben.

Regelung über eine Vertrauensperson – die Vollmacht

Aus Gründen des Zeitmangels oder Erfahrung kann der Gang zum Amt von einer ausgewählten Person übernommen werden. Diese kann den kompletten Vorgang mit der Ausstattung entsprechender Vollmachten vollständig übernehmen. Darunter fällt die unmissverständliche Erklärung, dass die beauftragte Person tatsächlich im Sinne des Auftraggebers handelt. Außerdem sind entsprechende Papiere für die Einwilligung zum Lastschriftverfahren vonnöten, da über dieses Verfahren in aller Regel der Zahlungsverkehr abgewickelt wird.

 

Weitere interessante Themen:
Motorradscheinwerfer einstellen
Motorradbatterie laden